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Belladonna
Heilmittel des Monats November

Teil 2 von 2

Belladonna
Die Tollkirsche

Belladonna

Nachmittags beginnt und steigt das Belladonna Fieber, es kommt plötzlich aus heiterem Himmel und ist sehr hoch. Die Kranken verkriechen sich im dunklem Zimmer, denn sie sind sehr reizempfindlich und wollen lieber ihre Ruhe haben. Sie selbst aber sind wild, impulsiv, sie verhalten sich wie unter Wahnsinn, werfen sich im Bett hin und her und zupfen an der Bettdecke. Durch ihre geschärften Sinne, sehen sie Gespenster, die unterm Bett sind, oder schreckliche Gesichter, die sich in den Gardinen versteckt haben. Im Delirium, sind sie sehr erregt und neigen dazu zu beißen oder wild um sich zu schlagen.

Das Gemütsbild spiegelt die Energie des Feuers wieder, welches entflammt, und nicht mehr zu bändigen ist.

Der Körper des Kranken ist dampfend heiß, die Hände und Füße sind aber kalt. Im Gesicht sieht man, dass sie total rot sind, die Augen sind glasig, die Pupillen groß. Die Halsschlagadern pulsieren und trotz des Fiebers haben sie keinen Durst. Auch Fieberkrämpfe können auftreten, hier ist Belladonna eine vorzügliche Hilfe. 

Weitere Symptome sind: Trockener Husten, Heiserkeit, schmerzhafter Kehlkopf, Krämpfe, nach hinten gezogener Kopf und Zuckungen.
Die meisten Kinder haben diese Art von Fieber, es ist die beste Möglichkeit des Körpers, Erreger schnell und effizient zu vernichten. Trotzdem sind nicht alle Fieber, Belladonnafieber. 

Viele Eltern sagen, dass ihre Kinder nach einer Kinderkrankheit Entwicklungsschritte machen, oder Dinge beherrschen, die sie vorher nicht konnten. Fieber ist also gesund, aufpassen sollte man aber, wenn es zu Krämpfen kommt. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Krebskranke jahrelang kein Fieber mehr gehabt haben. 

Für den Kranken im Belladonnafieber ist es wichtig, dass seine Magie und sein Wahn, von Aussenstehenden ernstgenommen wird. Tauchen sie zB mit ihrem Kind in die Welt der Geister und der Mystik ein, tragen sie zur Heilung bei! Eine andere Möglichkeit ist auch, den Erlkönig von Johann W. Goethe vorzulesen. Genau dieses Märchen erzählt von dem Belladonnafieber und dem Problem, dass der Vater das Kind nicht ernst nimmt.

An Belladonna als konstitutionelles Mittel kann man auch denken bei Menschen mit rotem Kopf, roten Haaren, viel Energie und großem Durst nach kaltem Wasser.

Belladonna ist wie alle Nachtschattengewächse tief mit der mystischen Welt verbunden, und man kann es der Welt der Hexen zuordnen. 


Der Erlkönig
Johann Wolfgang Goethe

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.
Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? -
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -
»Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.«
Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. -
»Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.«
Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. -
»Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.«
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! -
Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.

Boris Wakounig



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